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eeb An Sieg und Rhein » Infos für Kursleitende » Demokratiespiel – Interaktives Format – Politische Bildung

Demokratiebildung:

Ehrenamt Politik – Bist du verrückt?

Spielanleitung

Gebraucht werden:

  • ein*e Moderator*in
  • eine Person, die die Rolle Leitende*r Politiker*in (z.B. Bürgermeister*in)
    übernimmt
  • 3-8 politische Gäste aus der Realität
  • 10-40 Teilnehmer*innen

Material: Flipchart oder Stellwände für Präsentation, Karten, Stifte, etwas zum Naschen, Getränke

Umsetzung:

  1. Man lade ehrenamtliche Politiker*innen aus der Kommune/Stadt ein. Sie werden gebeten für einige Statements/ein Gespräch zur Verfügung zu stehen, bei dem es um ihre Motive für ein ehrenamtliches politisches Amt geht. Ausdrücklich wird es nicht um parteipolitische Darstellungen gehen.
  2. Man erstelle ein einprägsames Plakat mit einem ansprechenden Titel und werbe auch auf Instagram. Es macht Sinn, auch Kooperationspartner*innen zu gewinnen, um genügend Teilnehmende zu akquirieren.
  3. Man bereite den politischen Input möglichst anschaulich vor, also das, was man an Wissen vermitteln will. In unserem Fall war das der Aufbau und die Zusammenarbeit von ehrenamtlicher Politik (Stadtrat) und hauptamtlicher Verwaltung in der Stadt Siegburg.
  4. Man bereite ein inspirierendes Setting vor. Wir haben das improvisierte Theater der Studiobühne genutzt. Dort war auf der Bühne, die dann in den Zuschauerraum übergeht, ein langer Tisch aufgebaut, an dem die Politiker*innen für das erste Gespräch Platz nehmen konnten.
  5. Bei den Fraktionen (nur durch Nummern erkennbar) denen die Zuschauer*innen direkt zugeordnet wurden, waren die Stühle räumlich voneinander getrennt gestellt und mit unterschiedlichen Nummern versehen. Alle Zuschauer mussten sich direkt einer nummerierten Fraktion zuordnen, es gab keine Zuschauerplätze.
  6. Man benötigt ein*e Moderator*in, die durch das gesamte Spielgeschehen führt.

Die erste Aufgabe ist, die Politiker*innen nach ihren Motiven für das ehrenamtliche Engagement zu befragen. Es kann dann z.B. in einer zweiten Runde auch nach dem Zeitaufwand gefragt werden.

Dann erläutert der/die Moderator*in das weitere Vorgehen. Alle verlassen ihren Platz und an einem anderen Ort (wenn möglich) gibt es einen Vortrag zum politischen Aufbau (hier Stadtrat). Im Anschluss geht es wieder in den „Plenarsaal“ und jede*r nimmt in der Fraktion Platz.

  1. Nun kommt der/die Bürgermeister*in ins Spiel. Sie/er erläutert das zu diskutierende Anliegen (In unserem Fall war es die Einrichtung einer öffentlichen Toilette in Siegburg). Die Fraktionen bekommen den Auftrag, eine halbe Stunde zu diskutieren und eine Position zu erarbeiten. Hilfe kann erfragt werden bei den teilnehmenden Politiker*innen und der Verwaltung (in unserem Fall gab es die Doppelrolle Moderation/Verwaltung). Wichtig: es sollte eine Person mitschreiben und eine Person am Ende im Plenum vortragen.
  2. Alle verlassen den Plenarsaal und gehen an separate Orte, an denen die Fraktionen intern tagen können. Sie finden an den zugewiesenen Orten für ihre Diskussion etwas Nahrhaftes zum Naschen (für die gute Stimmung und Spiellaune) und ihre Nummer, der nun auch drei grundlegende Werte der Partei zugeordnet sind.

Nach der Diskussion kehren alle in den Plenarsaal zurück. Der/die Bürgermeister*in leitet die Sitzung und bittet die Fraktionen um ihr Votum. Alle, die etwas beitragen wollen, lassen jetzt durch eine*n Sprecher*in (vorher in der internen Diskussion festlegen) ihre Einschätzung mitteilen.

  1. Nun erteilt der/die Bürgermeister*in den Auftrag, sich um Mehrheiten zu den jeweiligen Voten zu bemühen. Das heißt, dass nun in der Fraktion überlegt werden muss, mit welcher anderen Partei Gespräche geführt werden könnten. Anmerkung: in unserem Fall haben erstaunlicherweise alle Fraktionen, bis auf eine, den intensiven Austausch miteinander gesucht und eine gemeinsame Haltung entwickelt, die in einem Prüfauftrag für die Verwaltung mündete.
  2. Der/die Bürgermeister*in schließt die Sitzung und dankt allen.

Am Ende werden noch einmal die eingeladenen Politiker*innen nach ihrem Eindruck zu dem Geschehen befragt. I
n unserem Fall waren sie sehr erstaunt und begeistert davon, dass wir fraktionsübergreifend Lösungen gesucht haben. Das ist im politischen Alltag oft nicht der Fall.

Es hat auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht und wir haben richtig viel ausprobieren dürfen und gelernt. Ein paar Eindrücke dazu findet man auf unserm Instagram-Kanal: @weisheit_loeffeln

Das Zusammenspiel von Theater, Laienspiel und Bildungsarbeit hat zu spannenden neuen Formaten geführt und auch das Schauspiel selber enger mit seinem Auftrag als Bildungsform und moralische Anstalt verknüpft. Wir empfehlen diese Art der Zusammenarbeit, weil sie Menschen anders erreicht und andere Menschen erreicht und die Freude von Menschen am Spiel nutzt, um zum Nachdenken anzuregen.

Das Spiel „Ehrenamt Politik – bist Du verrückt?“ wurde im Rahmen des Projekts: Kaufhof-Arena von der Studiobühne Siegburg in Zusammenarbeit mit der ev. Erwachsenenbildung An Sieg und Rhein entwickelt.

Dezember 2025, evangelische Erwachsenenbildung An Sieg und Rhein